Luxus-E-Commerce: 4 führende Wachstumsmärkte zur Markenerweiterung (Teil 2)
 
Chris Hutchins AvatarVon: Chris Hutchins
24. August 2015

Luxus-E-Commerce: 4 führende Wachstumsmärkte zur Markenerweiterung (Teil 2)

Der Umsatz des Luxus-E-Commerce wird bis zum Jahr 2020 auf 21 Milliarden USD ansteigen. Wir stellen Ihnen vier Märkte vor, die bislang wenig Beachtung durch die Online-Luxusbranche erhalten, allerdings über Konsumenten mit einer hohen Bereitschaft zum Online-Shopping verfügen.

 

Dies ist Teil 2 einer 2-teiligen Reihe. Hier können Sie nochmals Teil 1 lesen.

In der vergangenen Woche haben wir Ihnen die Geschäftsmöglichkeiten vorgestellt, die sich der Luxusbranche aktuell im E-Commerce bieten und haben dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Luxusmarken durch eine globale Expansion einen enormen Erfolg erzielen können.

Und in der Tat haben Luxushändler, laut einem kürzlich veröffentlichten Wirtschaftsartikel der The New York Times „den Standpunkt eingenommen, dass die Zukunft ihres Geschäfts und das Potenzial für globale Expansionen im Online-Geschäft liegt“.

Doch welches sind die internationalen Online-Märkte, in die Luxusmarken expandieren sollten? Wir möchten Ihnen bei der heutigen Fortsetzung unseres Artikels einige dieser Märkte vorstellen. Omar El Ali, Global Online Strategist des Global Growth Team von MotionPoint, steht uns bei dieser interessanten Analyse mit seiner Fachkenntnis zur Seite.

Verschiebung von Grenzen und neue Geschäftschancen

Im Gegensatz zu den vergangene Woche genannten, herausfordernden Märkten, florieren andere Schwellenmärkte und bieten „optimale Voraussetzungen für E-Commerce-Initiativen von Luxusmarken“, erklärt El Ali. Die nachfolgenden vier Märkte, die bislang wenig Beachtung durch die Online-Luxusbranche erhalten, verfügen über starke Volkswirtschaften und Konsumenten, die Bereitschaft zum Online-Shopping signalisieren. Luxusmarken bieten sich in diesen Märkten enorme Geschäftschancen:

Indien

„Zwar haben die niedrigen Ölpreise die Wirtschaft vieler BRIC-Staaten geschwächt, dies gilt allerdings nicht für Indien“, sagt El Ali. „Die niedrigen Treibstoffkosten wirken sich positiv auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum aus.“

Dies steigert die Kaufbereitschaft der Konsumenten, besonders in Hinblick auf den Luxus-E-Commerce.

Indien ist nach China die zweitstärkste Wirtschaftsmacht der Welt. Die 300 Millionen Internetnutzer des Landes sind mobil sehr versiert. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass etwa 70 % der Internetzugriffe innerhalb des Landes über Smartphones oder Tablets erfolgen. In diesem Markt floriert der E-Commerce. Laut einem Bericht wird der Umsatz des Luxus-E-Commerce dank eines jährlichen Gesamtwachstums von 25 % bis zum Jahr 2016 auf 25 Milliarden USD ansteigen.

Die Forschung geht davon aus, dass die erfolgreichsten Sparten des Luxus-E-Commerce Kleidung, Accessoires, Uhren und elektronische Geräte sein werden.

Und vielleicht der größte Vorteil besteht laut El Ali darin, dass „auf dem indischen Online-Luxusmarkt noch keine besonders große Konkurrenz herrscht“, und dass „somit für Vorreiter ideale Voraussetzungen gegeben sind“. Von den 500 führenden internationalen Luxusmarken sind aktuell lediglich 30 % auf dem indischen Markt vertreten (im Vergleich dazu liegt dieser Anteil in China bei beeindruckenden 70 %). Die florierende Wirtschaft, die wachsende Mittelschicht und die begünstigenden staatlichen Bestimmungen und Regelungen für ausländische Direktinvestitionen machen Indien zu einem idealen Markt für den Luxus-E-Commerce.

Iran

Dieser Markt mag auf den ersten Blick als ungeeignet erscheinen, doch der Iran bietet enorme Geschäftschancen, besonders für Vorreiter. Teheran ist heute eines der weltweit aufstrebendsten Reiseziele für Luxusreisen. In diesem Zusammenhang sagte kürzlich Jean-Christophe Babin, CEO von Bulgari: „Der Iran ist ein sehr wohlhabendes Land und die Bevölkerung ist an den Luxus gewöhnt. Der Iran wird der nächste starke Markt im Nahen Osten sein.“

Bulgari plant, in den iranischen Markt zu expandieren, und das aus gutem Grund. Das verfügbare Einkommen der Bevölkerung ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch. Laut Angaben des Internationalen Währungsfonds liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Iran aktuell bei 16.500 USD. (Dieser Wert liegt höher als der der chinesischen, indischen und brasilianischen Bevölkerung – und ist in diesen Zeiten wirtschaftlicher Sanktionen umso beeindruckender!)

Das hohe Bruttoinlandsprodukt, der geringe Wettbewerb, die Internet-Versorgungsquote (55 %), der Anteil derer, die ein Mobiltelefon besitzen (126 %) und das Bedürfnis der Bevölkerung nach Luxus ergibt eine „extrem überzeugende Mischung für einen erfolgreichen E-Commerce“, erklärt El Ali.

Thailand

Thailand ist der größte Markt für Luxusgüter in Südostasien. Im vergangenen Jahr erzielte die Luxusbranche einen Umsatz von 2,5 Milliarden USD.

Dank der relativ niedrigen Wohnkosten können die Einwohner mehr Geld für Luxusgüter ausgeben, außerdem ist das verfügbare Einkommen relativ hoch: Der Großteil der Bevölkerung Thailands (20,5 %) ist zwischen 30 und 34 Jahre alt und verdient pro Jahr über 150.000 USD. Der Anteil der Einwohner zwischen 35 und 39 Jahren beträgt 18,6 % an der Gesamtbevölkerung und ist ebenfalls zunehmend wohlhabend.

54 % der thailändischen Bevölkerung verfügen über Internetzugang und der Anteil derer, die ein Mobilgerät besitzen, steigt um atemberaubende 150 %. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass sich Thailand zu einem der größten M-Commerce-Märkte entwickeln wird. (Einige Analysten sind sogar der Ansicht, dass der M-Commerce „einer der letzten explosiven Vertriebskanäle“ für Luxus-Einzelhändler sein wird.)

„Wir glauben, dass sich klugen Luxushändlern ein enormes Potenzial bietet“, sagt El Ali, „besonders denjenigen, die es schaffen, die vielen Smartphone-Nutzer anzusprechen, die bislang keine Online-Käufe tätigen“.

Polen

Im Gegensatz zu anderen Ländern, die unter einer wirtschaftlichen Rezession leiden, erlebt Polen im Jahr 2015 einen enormen Aufschwung. Laut Angaben von Brookings liegt das „Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nach Kaufkraft mittlerweile bei über 24.000 USD und hat ein Level des westeuropäischen Einkommensniveaus (Eurozone) von 65 % erreicht“. Dies ist ein größerer wirtschaftlicher Erfolg, als Sie vielleicht annehmen: Es ist die höchste regionale Kaufkraftparität, die Polen seit den 1500er-Jahren erreicht hat.

Der Umsatz durch Luxusgüter wird für das kommende Jahr auf 3,4 Milliarden USD geschätzt. Interessanterweise wird erwartet, dass der Umsatz durch den E-Commerce in derselben Zeit ebenfalls auf 12 Milliarden USD ansteigen wird – ein klares Anzeichen für die enormen Geschäftschancen im Luxus-E-Commerce.

Der Anstieg der Internetnutzung in Polen um 67 % ist ebenfalls ein sehr guter Wert.

„Der polnische Markt bietet denjenigen Kunden eine optimale Grenze, die sich einen wirtschaftlich stabilen und sicheren, mitteleuropäischen Markt wünschen“, erklärt El Ali. (Sehen Sie sich unseren aktuellen Bericht über die V4 an, um mehr Informationen über diese aufstrebende Region zu erhalten.)

Sollte die Luxusbranche BRIC-Märkte aufgeben?

Aufgrund des enorm stabilen Wachstums, das Märkte weit entfernt von den Grenzen der BRIC-Staaten bieten, könnte es Luxusmarken als verlockend erscheinen, ihre E-Commerce-Pläne in diesen BRIC-Staaten aufzugeben. Allerdings raten wir davon ab.

Selbst wenn Märkte wie Brasilien, Russland und China aktuell unter einer Rezession leiden, kann diese wirtschaftliche Krise auch wieder vorübergehen. Darüber hinaus verfolgen Käufer häufig unkonventionelle Einkaufspraktiken, die Luxusmarken Umsätze ermöglichen können. „Indem Unternehmen E-Commerce-Websites in internationalen Sprachen bereitstellen, können sie Kunden aus aller Welt erreichen“, erklärt El Ali.

Ein Beispiel: Wir haben festgestellt, dass eine beträchtliche Anzahl versierter brasilianischer Konsumenten auf Websites in portugiesischer Sprache nach Luxusgütern shoppt, die von nicht-brasilianischen Unternehmen betrieben werden. „Sie tun dies, um eine größere Auswahl zu erhalten“, sagt El Ali, „und um die hohe inländische Steuer auf Luxusgüter zu umgehen“.

Außerdem mag zwar die Wirtschaft Russlands aktuell nicht so stark wie vor einigen Jahren sein, dafür sind es die Wirtschaften der umliegenden Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. Die hier lebenden Käufer sprechen Russisch und kaufen auf russischen E-Commerce-Websites ein. Wie wir bereits in unserem aktuellen Bericht über Russland erwähnten, generierte die russische E-Commerce-Website eines unserer Kunden in diesem Jahr bereits einen Umsatz von 8 Millionen USD – und dies nicht etwa durch russische, sondern durch ukrainische Kunden.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unruhen sieht die Situation in China anders aus. Chinesische Konsumenten kaufen vor allem auf nicht-chinesischen E-Commerce-Websites ein, dies gilt besonders für Luxusgüter. Viele Chinesen kaufen heute Luxusgüter in Südkorea. Es wird davon ausgegangen, dass chinesische Luxuskäufer südkoreanischen Luxushändlern im Jahr 2020 zu einem Umsatz von 29 Milliarden USD verhelfen werden.

Fazit

Es ist offensichtlich, dass dies der optimale Zeitpunkt für Luxusmarken ist, ihre E-Commerce-Pläne zu intensivieren und global zu expandieren. Durch den atemberaubenden Anstieg der Internet- und Smartphone-Nutzung sowie die jährlich enorme Steigerung der Umsätze aus dem B2C-E-Commerce können es sich Luxusmarken nur schwer leisten, sich diesem Trend gegenüber zu verschließen.

Durch den mutigen Schritt, diese aufstrebenden Schwellenmärkte zu bedienen, können neue Kunden gewonnen, Einnahmequellen erschlossen und somit ein sofortiges und nachhaltiges Umsatzwachstum erzielt werden.

Sind Sie eine Luxusmarke, die es in Erwägung zieht, in internationale Online-Märkte zu expandieren? Wünschen Sie sich Unterstützung bei den globalen Vertriebsmaßnahmen und Marketinginitiativen Ihres Unternehmens? Wenden Sie sich an uns. Wir können Ihnen dabei helfen, diese Märkte schnell und kosteneffektiv zu erschließen und Ihre eigene internationale Erfolgsgeschichte zu schreiben.

 

Chris Hutchins

Marketing Communications Specialist

Die Aufgabe von Chris Hutchins bei MotionPoint besteht unter anderem darin, Vertriebs- und Marketingmaterialien zu erstellen.

 

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