Was genau wünschen sich Ihre internationalen Kunden? (Teil 2: US-amerikanische Hispanics und Lateinamerikaner)


Im abschließenden Teil unserer zweiteiligen Reihe stellen wir Ihnen Einblicke in das Online-Kaufverhalten US-amerikanischer Hispanics und der Verbraucher in Lateinamerika vor.

Anmerkung der Redaktion: Dies ist Teil 2 einer 2-teiligen Reihe. Hier finden Sie Teil 1.

Gestern haben wir verschiedene wichtige europäische und asiatische Märkte untersucht und interessante Fakten unter anderem über das Online-Kaufverhalten und die bevorzugten Zahlungsmethoden der Verbraucher genannt.

Heute werden wir Ihnen zwei Verbrauchergruppen vorstellen, die noch wesentlich häufiger online einkaufen: die spanischsprachige US-Bevölkerung und Lateinamerikaner.

Spanischsprachige Online-Verbraucher aus den USA

Die spanischsprachigen US-Amerikaner machen einen Anteil von etwa 17 % an der Bevölkerung der Vereinigten Staaten aus. Obwohl die größten spanischsprachigen Gemeinschaften in den Bundesstaaten Kalifornien, Florida und Texas zu finden sind, leben diese Verbraucher dennoch in den ganzen USA verteilt und haben einen sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergrund.

Anders ausgedrückt: Bei Marketingmaßnahmen um mexikanische Feiertage, wie den „Día de los Muertos“ („Tag der Toten“), der bei allen US-amerikanischen Verbrauchern Interesse wecken wird, sollten Sie für diese Verbraucher dennoch keinen „einheitlichen“ Marketingansatz verfolgen. Andernfalls könnten Sie kulturelle Missverständnisse verursachen und Verbraucher abschrecken, deren Traditionen aus Kolumbien, Argentinien oder anderen lateinamerikanischen Ländern stammen.

62 % der spanischsprachigen US-Amerikaner sind zweisprachig mit Englisch und Spanisch aufgewachsen. Jedoch sprechen mehr als 75 % zu Hause Spanisch. Zudem lesen 35 % der spanischsprachigen US-Amerikaner Inhalte „immer in spanischer Sprache“ oder „meistens in spanischer Sprache“. Viele bevorzugen es außerdem, Online-Transaktionen in spanischer Sprache zu tätigen. Wenn man bedenkt, welch entscheidende Rolle die spanische Sprache im alltäglichen Leben der Verbraucher auf diesem Markt spielt, sollten Unternehmen ihre Online-Erfahrungen unbedingt in dieser Sprache anbieten.

(Eine interessante Randbemerkung: Wir haben herausgefunden, dass sich spanischsprachige US-Amerikaner von spanischsprachigen Microsites, die theoretisch leicht zu verwalten sind, oftmals abwenden. Sie erwarten, dass auf der für sie verfassten Website dieselben Produkte und Funktionen zur Verfügung stehen wie auf der englischsprachigen Website eines Unternehmens für den Primärmarkt.)

Die spanischsprachige US-Bevölkerung wird es Unternehmen danken, wenn diese nicht nur die von ihnen bevorzugte Sprache sprechen (ob Spanisch oder Englisch), sondern auch die kulturellen Besonderheiten wie Essgewohnheiten oder den engen Familienzusammenhalt berücksichtigen und die Feiertage kennen. Jedoch müssen wir darauf hinweisen, dass diese Verbraucher auch die traditionellen US-amerikanischen Feiertage sehr gut kennen. Sie feiern sehr gerne Thanksgiving, lieben den Super Bowl etc.

Spanischsprachige US-Amerikaner sind sehr oft online, vor allem über ihre Smartphones. Sie verbringen gegenüber dem US-amerikanischen Durchschnitt sogar mehr Zeit damit, Online-Videos anzusehen und auf Social-Media-Websites Kontakte zu pflegen. Außerdem nutzen sie ebenfalls überdurchschnittlich oft digitale Inhalte und Anwendungen.

Marktforschungen haben ergeben, das spanischsprachige US-Amerikaner lieber bei Einzelhändlern einkaufen, bei denen sie Produkte zurücklegen lassen und später in Raten bezahlen können. Außerdem zahlen Sie weniger gern mit Kreditkarten als vielmehr mit Debitkarten, gefolgt von Bargeld oder Schecks.

Sie lassen sich auch mehr von Online-Werbung, Referenzen von Prominenten und anderen Online-Marketingmaßnahmen beeinflussen als von TV- oder Radiowerbung. Ebenso wie allgemein die US-amerikanische Bevölkerung lieben auch spanischsprachige US-Verbraucher Schnäppchen und nutzen intensiv Verkaufsveranstaltungen und Gutscheine, die sie in den sozialen Medien oder E-Mail-Newsletters finden.

Lateinamerikanische Online-Verbraucher

Obwohl Lateinamerika gegenüber der Region Asien-Pazifik und Nordamerika ein vergleichsweise kleinerer Markt ist, wird aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums verschiedener Länder ein Anstieg des E-Commerce-Umsatzes auf 87 Milliarden USD bis 2018 erwartet. Lateinamerikanische Online-Verbraucher sind allgemein eher wohlhabend und stammen üblicherweise aus Brasilien, Mexiko oder Argentinien.

Lateinamerikanische Verbraucher sind sehr marken- und trendorientiert. In dieser Region gilt das Tragen von Markenkleidung als Statussymbol, da dies zeigt, dass man sich dies leisten kann, anstatt sich Imitate kaufen zu müssen. Dies sind ideale Voraussetzungen für Premiummarken, die diese Online-Verbraucher bedienen möchten.

Lateinamerikaner kaufen vor allem Kleidung und Accessoires online, wobei Elektronik, Geräte und Medien, wie Musik und Filme, ebenfalls sehr gerne im Internet erworben werden.

Diese Verbraucher kennen die in den verschiedenen Ländern herrschenden Preisunterschiede sehr gut, sodass sie oftmals Preise auf verschiedenen Websites vergleichen, um das beste Angebot zu nutzen. Sie stellen Online-Händlern bereitwillig ihre E-Mail-Adressen zur Verfügung, besonders wenn sie dafür Online-Ermäßigungen und -Werbeangebote erwarten können. Sie sind es gewohnt, dass Marken ihre Treue durch E-Mail-Gutscheine, Kreditkarten- und andere Angebote honorieren.

In dieser Region gibt es viele, je nach Land sehr verschiedene Zahlungsmethoden, dennoch werden auf den meisten inländischen E-Commerce-Websites Zahlungen mit Visa, American Express, MasterCard und Diners Club akzeptiert. PayPal steht ebenfalls hin und wieder als Zahlungsmethode bereit, allerdings kann es vorkommen, dass Verbraucher auf diesem Markt ein mit einem US-amerikanischen Bankkonto verknüpftes PayPal-Konto besitzen, da PayPal Zahlungen nicht in allen lateinamerikanischen Währungen anbietet.

Clevere lateinamerikanische Einkäufer nutzen oft unkonventionelle Methoden, um sich ihre internationalen Bestellungen liefern zu lassen. Beispielsweise kann der internationale Versand der Bestellungen für diese Verbraucher sehr teuer sein, falls sie auf US-amerikanischen Websites einkaufen. Daher lassen viele Lateinamerikaner ihre Bestellungen an die US-amerikanische Adresse eines Freundes oder Familienmitglieds schicken. Anschließend freuen Sie sich umso mehr, wenn ein Freund bei einer Reise nach Hause die Produkte mitbringt oder sie bei einem Urlaub in den Vereinigten Staaten die Produkte selbst abholen.

Fazit

Im Rahmen dieser zweiteiligen Blog-Reihe wurden verschiedene interessante Online-Märkte umfangreich untersucht. Jedoch verfügt MotionPoint dank seiner Erfahrung, umfassenden kulturellen Kenntnisse und Einblicke über ein weitaus weitreichenderes Wissen über diese und andere Märkte.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um mehr über diese Märkte und darüber zu erfahren, wie MotionPoint Ihr Unternehmen dabei unterstützen kann, globale Online-Verbraucher clever zu bedienen. Sollten Sie sogar noch detailliertere Informationen über spanischsprachige Online-Verbraucher in den Vereinigten Staaten wünschen, empfehlen wir Ihnen einen Download unseres kostenlosen Berichts Spanischsprachige US-Amerikaner: Markteinblicke und Potenzial von Werbekampagen.

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