Die interessantesten neuen Märkte für den E-Commerce heute
 
Eric Watsons AvatarVon: Eric Watson
17. Mai 2016

Die interessantesten neuen Märkte für den E-Commerce heute

Sind Sie ein E-Einzelhändler, der sich fragt, wie er in diesem Jahr in neue, globale Märkte expandieren kann? Unsere aktuelle Liste neuer Wachstumsmärkte kann hier Licht ins Dunkel bringen.

 

Mit der Jahresmitte 2016 schon wieder im Blick nahm sich das Team von MotionPoint Zeit für eine Erhebung zur diesjährigen Landschaft des globalen E-Commerce. Unser Ziel: die Identifikation mehrerer spannender, überraschender neuer Märkte für den E-Commerce.

Wir untersuchten die Daten der über 1.200 lokalisierten Websites, die wir für globale Marken verwalten, sowie wichtige, weltweite wirtschaftliche und politische Entwicklungen, die sich auf die Attraktivität eines Marktes auswirken. Was wir herausfanden, war erstaunlich.

Hier sind einige besonders attraktive Märkte, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Ihr Unternehmen an der Expansion des internationalen E-Commerce-Geschäfts interessiert ist.

Polen

Dies ist vielleicht das letzte Jahr, in dem man Polen als einen „neuen“ oder „übersehenen“ E-Commerce-Markt bezeichnet. Unternehmen sollten sich beeilen, wenn sie die Vorteile für Erstankömmlinge mitnehmen wollen.

Im letzten Jahr habe ich unseren E-Commerce-Kunden Polen als expansionswerten globalen Markt empfohlen. Das Land setzt seinen Aufstieg als starke politische, wirtschaftliche Kraft in Zentraleuropa fort und ist ein großer, ungesättigter Markt mit einer wachsenden Neigung zum E-Commerce.

Ich stehe mit meiner Ansicht nicht allein da. Im letzten Jahr bemerkte McKinsey Polens Potenzial als „Europas neuer Wachstumsmotor“.

Mehr als 38 Millionen Menschen leben in Polen und machen es zu einem der größten Märkte Europas. Sein BSP-Wachstum trotzte der europäischen Finanzkrise und ist auch jetzt während der gegenwärtigen europäischen ökonomischen Unsicherheiten noch stabil. Analysten glauben, dass Polens BSP in diesem Jahr um 3,6 % wachsen wird, angetrieben von einer starken einheimischen Konsumfreudigkeit und sinkender Arbeitslosigkeit. (Das ist fast das Doppelte des EU-Durchschnitts von 1,9 %.)

Immer mehr polnische Verbraucher nutzen die Vorteile des Online-Shoppings zum Zugriff auf eine breitere Produktpalette. 2015 bemerkten wir einen durchschnittlichen Anstieg der Seitenzugriffe von 17 % auf die lokalisierten Webseiten unserer Kunden seitens der polnischen Verbraucher. Eines der Unternehmen, das mehrere wichtige Best Practices zur Lokalisierung beherzigt, erlebte 2015 einen Anstieg von 74 % bei den Website-Besuchen. (Das ist kein Einzelfall: Das Unternehmen bemerkte 2014 einen Anstieg von 58 % bei den Besuchen aus Polen.)

Polen ist Mitglied der Visegrád Group (auch bekannt als die Visegrád Vier, oder „V4“), einer Allianz von vier zentraleuropäischen Ländern zum Aufbau moderner, stabiler Wirtschaftsräume. Wie wir in unserem aktuellen Artikel zu den V4 erwähnten, sind westliche Unternehmen, die in diese Märkte hinein expandieren, sehr erfolgreich. Warum? Sie sind oft die ersten internationalen Einzelhändler, die diese Verbraucher erreichen und bieten Produkte und Erfahrungen, die der einheimischen Konkurrenz überlegen sind.

Tatsächlich fangen Polens Einzelhändler gerade erst an, sich in die Welt des E-Commerce zu wagen. Das bedeutet, dass die Gesamtzahl der potenziellen Konkurrenten noch kleiner ist als üblich.

Zum Beispiel gab es in Frankreich 2014 120.000 gemeldete E-Commerce-Seiten, verglichen mit nur 15.000 in Polen. Angesichts der reduzierten Zahl und Qualität der einheimischen Konkurrenz ist es für clevere Einzelhändler sehr sinnvoll, diesen neuen Markt zu den E-Commerce-Bestrebungen hinzuzufügen. Polen hat das Zeug dazu, in kürzester Zeit zu einem der größten Player in ihren Portfolios zu werden.

Dänemark

Haben sich Unternehmen einmal nach Kontinentaleuropa vorgewagt, dann – so sahen wir – treibt es sie meist weiter nach Osten (nach Polen, in die Tschechische Republik oder nach Russland) oder nach Norden, in skandinavische Länder.

Es gibt gute Gründe, um nach Norden zu expandieren. Historisch gesehen gehören die skandinavischen Erfolgsraten im E-Commerce zu den höchsten der Welt. Das sollte nicht verwundern, denn es handelt sich um reiche Länder. Der Wohlstand macht Skandinavien nach Westeuropa zu einem sehr attraktiven Sekundärmarkt für die Expansion.

Dänemark wird von den nach Skandinavien drängenden Unternehmen dabei oft übersehen. Dadurch lassen sie sich eine einzigartige Chance entgehen. Dieses Land mit 5,5 Millionen Einwohnern gehört aus E-Commerce-Sicht zu den Top-Performern, sogar vor dem Hintergrund der Hochleistungsregion Skandinavien.

Bei einem MotionPoint-Kunden waren die Umsätze aus Geschäften mit Dänen doppelt so hoch wie die aus Geschäften mit Schweden. Und die Konvertierungsrate lag um mehr als einen halben Prozentpunkt höher. Auch unsere Kunden sehen den Markt weiter wachsen: Die Einkünfte über diese Websites stiegen 2015 um durchschnittlich 17 %.

Kasachstan

Kasachstan ist vielleicht der überraschendste Eintrag auf dieser Liste, aber es spricht viel für dieses Land. Abgesehen davon, dass es ein Schwellenmarkt ist, hat es den Vorteil einer weiträumig genutzten Amtssprache, einer wachsender Internet-Durchdringung und steigender Shopping-Tendenzen, außerdem eine natürliche Geografie, die den E-Commerce unterstützt.

Nach einem mehrere Jahre lang beeindruckenden durchschnittlichen BSP-Wachstum (durchschnittlich 8,2 % von 2001 bis 2010, laut Angaben des IWF und The Economist) lag das BSP pro Kopf in Kasachstan 2014 bei 12.276 USD. Laut Weltbank sind das nur 500 USD weniger als in Russland und 2.200 USD weniger als in Polen.

Fast 8 Millionen Einwohner haben Zugang zum Internet, das sind fast 56 % der Gesamtbevölkerung. Und die Zahl wächst rapide. Das Land hat eine geografisch weite Ausdehnung, was den E-Commerce unterstützt: Mit dem steigenden Interesse der wohlhabenden Bevölkerung an einer größeren Produktpalette wendet man sich dem Online-Geschäft und weit entfernten einheimischen und internationalen E-Einzelhändlern zu.

Unternehmen, die globale E-Commerce-Seiten bereitstellen möchten, sollten die vielleicht wichtigste Nuance im Auge behalten: eine der offiziellen Amtssprachen Kasachstans ist Russisch. Kunden von uns, die bereits Websites für Russland unterhalten, stellten fest, dass auch kasachische Besucher diese Websites nutzten. Diese Zahl steigt dramatisch, wenn Kunden eine russische Website speziell für diese Kunden einrichten.

Ein MotionPoint-Kunde verfolgte diese Strategie und bemerkte ein kontinuierliches Wachstum von etwa 200.000 Besuchen im ersten auf fast 4 Millionen Besuche im dritten Jahr. Durch das Lokalisieren vorhandener russischer Websites in dezidiert kasachische Seiten erschloss sich das Unternehmen diesen Schwellenmarkt als Erstankömmling.

Die Seite bringt gute Gewinne, mit einer respektablen Konvertierungsrate von 2,4 % und fast 500.000 Produkten, die dort jährlich verkauft werden.

Die Tschechische Republik

Wie Polen ist auch die Tschechische Republik ein V4-Land, das man sich merken sollte. Seine Bevölkerung ist kleiner als die Polens, aber im Vergleich reicher (19.844 USD BSP pro Kopf laut Weltbank). Das macht sie für gehobene Marken interessanter.

Außerdem ist der E-Commerce-Markt in weiten Teilen ungesättigt, was ihn für internationale Marken auf der Suche nach neuen Märkten prädestiniert. Die langfristigen Aussichten für das Land sind ebenfalls gut, es verfügt über eine sehr starke industrielle Basis in Europa, angeführt von der Automobilindustrie, die seit langem führende Antriebskraft für die Wirtschaft des Landes ist. Die Internet-Durchdringung ist auch hier höher, mehr als 88 % der Bevölkerung verfügt über einen Internetzugang.

Wir haben Kunden, die in diesem Markt mit lokalisierten Websites sehr erfolgreich sind. Ein Unternehmen erzeugte nach neun Monaten auf dem Markt in der Tschechischen Republik 40 % mehr Umsatz. Der Markt hat noch viel Raum zum Wachsen, ein MotionPoint-Kunde erlebte in der Tschechischen Republik 2015 eine Transaktionssteigerung von 84 % im Jahresvergleich.

Rumänien

Rumänien ist in unserer Liste der interessantesten E-Commerce-Schwellenmärkte 2016 der vielleicht „roheste“ Eintrag, befindet sich aber auf dem richtigen Kurs. Betreiber von E-Commerce-Seiten in Europa oder solche, die weitere Expansionen in Europa planen, sollten Rumänien bis Ende 2016 und auch noch danach im Auge behalten.

Wir werden Rumänien als neuen Markt im ersten Teil einer vierteiligen Trendbook-Reihe vorstellen. Darin werden wir das wirtschaftliche Wachstum des Marktes beschreiben und darlegen, warum er im Kommen ist. Ein Auszug:

Im letzten Jahr schnellten die Seitenzugriffe rumänischer Benutzer auf lokalisierte Seiten von etwa 3 Millionen Besuchen auf über 330 Millionen hoch. Rumänen sind online, engagiert und suchen nach Inhalten und Produkten über die Landesgrenzen hinaus. ... Eine niedrige Inflation und Arbeitslosigkeit bringen Rumänien unter die Top 20 EU-Wirtschaftsräume, nach Größe geordnet. Große Teile der arbeitenden Bevölkerung sprechen sehr gut Englisch (mehr als in Belgien) oder Deutsch, was das Land zu einem der attraktivsten Ziele für IT-Outsourcing macht.

(Mehr dazu lesen Sie in unserer Trendbook-Reihe, die in wenigen Wochen herauskommt.)

Fazit

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als den jetzigen, um die globale Geschäftslandschaft aufzurollen und sich potenzielle Märkte zur Expansion zu erschließen. Das trifft doppelt zu, wenn man Schwellen- oder ungesättigte Märkte berücksichtigt. Hier können Unternehmen große Gewinne erzielen, wenn sie die ersten internationalen Unternehmen auf dem Markt sind – und einen erstklassigen Service und hochwertige Qualitätsprodukte über lokalisierte Online-Seiten bereitstellen.

 

Eric Watson

Global Online Strategist

Eric Watson hat an der Yonsei University (Seoul, Südkorea) einen Master-Abschluss in Finanzwirtschaft erworben. Bevor er sich MotionPoint anschloss, war er in ganz Asien als Berater tätig. Er hat im Jahr 2010 an der Arizona State University einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaften mit Auszeichnung gemacht. Sein nicht auf Marketing ausgerichtetes Forschungsinteresse bezieht sich unter anderem auf die Entwicklung neuer Fertigungstechnologien und die damit verbundenen staatlichen Richtlinien, die zu deren effektiver Umsetzung nötig sind. Dies sind einige der Themen, mit denen er sich auf seiner Website The Policy Wire beschäftigt.

 

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