Bericht über die Situation nach dem Ramadan 2016
 
Chris Hutchins AvatarVon: Chris Hutchins
19. Juli 2016

Bericht über die Situation nach dem Ramadan 2016

Wie wir kürzlich festgestellt haben, hat der heilige Monat der Muslime zu einem Anstieg der Umsetzungsraten und Umsätze im E-Commerce geführt.

 

Im vergangenen Monat, als die ersten Tage des Ramadan für Muslime aus aller Welt begannen, haben wir eine zweiteilige Blog-Reihe darüber veröffentlicht, wie Unternehmen ihre E-Commerce-Umsätze während des heiligen Monats maximieren können.

Der Ramadan ist für 1,7 Milliarden Muslime aus aller Welt der heiligste Monat des Jahres. Dies ist auch der Zeitraum, in dem sie am meisten online kaufen. Laut verschiedenen Studien tätigt über die Hälfte aller Konsumenten auf den wichtigsten, vorwiegend muslimischen Märkten am Ramadan Online-Käufe und gibt dabei mehr als in jedem anderen Monat des Jahres aus.

Gebiete mit Einwohnern überwiegend muslimischen Glaubens wie die Region Nahost und Nordafrika (MENA, „Middle East & North Africa“) kaufen Produkte zunehmend auf E-Commerce-Websites. Berichte weisen darauf hin, dass das Online-Shopping in der Region MENA in den vergangenen zehn Jahren sogar ein Wachstum von über 1.500 % verzeichnen konnte.

Aus diesem Grund können es sich Marken nicht mehr leisten, diese aufstrebenden Märkte zu vernachlässigen, besonders nicht zu feierlichen Anlässen wie dem Ramadan, der ihnen eine einzigartige Gelegenheit bietet, das Interesse der Online-Verbraucher zu wecken.

Der für das Fasten, die Gebete und Wohltätigkeit bekannte Ramadan fand am 5. Juli sein Ende. Um verschiedene Best Practices zusammenzufassen und zu ermitteln, welche Erfolge unsere Kunden aus der Region MENA kürzlich feiern konnten, haben wir mit Omar El Ali, einem Global Online Strategist des Global Growth Teams von MotionPoint, gesprochen.

Werbemaßnahmen vor dem Ramadan sind sehr wichtig

Wie wir bereits in unserer Blog-Reihe im Juni angemerkt haben, können Einzelhändler, die Konsumenten aus der Region MENA mit auf den Ramadan ausgerichteten Marketingmaßnahmen, besonders vor den Feierlichkeiten, ansprechen, das Kundeninteresse und die Umsetzungsraten wesentlich mehr steigern als Einzelhändler, die dies nicht tun.

In diesem Jahr haben konnten wir beobachten, wie sich einer unserer Kunden aus dem Einzelhandel bereits drei Wochen vor dem Ramadan an Konsumenten aus Kuwait richtete. Das Unternehmen nutzte TV-Werbespots, um die an den Feierlichkeiten teilnehmenden Personen darauf hinzuweisen, dass sie sich auf den bevorstehenden heiligen Monat vorbereiten konnten, in dem sie in seinem herkömmlichen Geschäft in Kuwait Produkte einkauften.

Dieses Video wurde ebenfalls über regionale Social-Media-Kanäle verbreitet. Der Werbespot war Bestandteil einer weitreichenden Initiative, um das Interesse an der Marke während des Ramadan zu steigern und wurde insgesamt über 1,1 Millionen Mal angesehen. Darüber hinaus veröffentlichte das Unternehmen frühzeitig Inhalte auf seiner an Konsumenten in Kuwait gerichteten Website (die wir in die arabische Sprache übersetzen und betreiben), um seine umfassenden kulturellen Kenntnisse in Hinblick auf den Ramadan zu demonstrieren.

Dadurch konnte das Unternehmen enorme Erfolge erreichen, da im Vergleich zum Durchschnitt während des Ramadan auf seine kuwaitische Website 10 % mehr Seitenzugriffe erfolgten.

Wie wir bereits in der Blog-Reihe im vergangenen Monat prognostiziert haben, konnten wir auf zahlreichen E-Commerce-Websites während des diesjährigen Ramadan atemberaubende Entwicklungen beobachten. Als Beispiel möchten wir einen Modehändler anführen, der sich mit arabischen E-Commerce-Websites an Konsumenten in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait wendet, und folgende Erfolge feiern konnte:

  • Die Umsätze verzeichneten im Vergleich zum Vormonat (je nach Markt) ein Wachstum zwischen 7 % und 19 %.
  • Die Anzahl an Bezahlvorgängen nahm um 17 % bis 23 % zu.
  • Die Umsetzungsraten konnten um 14 % bis 18 % gesteigert werden.

Interessanterweise fielen während des heiligen Monats allerdings die durchschnittlichen Bestellwerte um 2 % bis 9 %.

„Die Ursache dafür kann in dem wirtschaftlichen Druck liegen, dem Konsumenten in einigen primär von Öl abhängigen Ländern aufgrund der aktuell niedrigeren Ölpreise ausgesetzt sind“, erklärt El Ali.

Der Ramadan ist ein soziales Ereignis – vor allem online

In unserer kürzlich veröffentlichten Blog-Reihe haben wir darauf hingewiesen, dass Verbraucher aus der Region MENA intensiver als je zuvor soziale Netzwerke nutzen. „Mit Verbreitungsraten von 87 % und 84 %“, hieß es in unserem Bericht, „stechen Facebook und WhatsApp in den arabischen Ländern alle Wettbewerber aus“.

Allerdings haben wir auch aufgezeigt, dass Instagram in dieser Region zunehmend an Boden gewinnt.

Dank unserer Untersuchungen konnten wir dies besonders während des Ramadan des Jahres 2016 feststellen. In diesem Jahr sprachen mehr MotionPoint-Kunden als je zuvor Konsumenten aus der Region MENA über Instagram an.

In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem die Seitenzugriffe auf die arabische Website eines unserer Kunden aus der Möbelbranche durch Weiterleitungen über soziale Netzwerke untersucht, die sich an Konsumenten in Saudi-Arabien richtet. Während des Ramadan fiel die Anzahl an Seitenzugriffen durch Weiterleitungen über Facebook um 64 %. Im Gegensatz dazu konnten die Seitenzugriffe durch Weiterleitungen über Instagram um atemberaubende 59.000 % gesteigert werden.

Da wir uns einen solchen Anstieg kaum erklären konnten, führten wir eine detaillierte Analyse durch. Dabei stellten wir fest, dass der Einzelhändler clever den Ramadan nutzte, um das Interesse der Instagram-Nutzer aus der Region zu wecken, indem er diese einlud, Fotos (und Hashtags) ihrer liebsten Ramadan-Artikel und -Produkte zu teilen. Es waren also diese gezielten Inhalte und Handlungsaufforderungen, die diesen unglaublichen Erfolg ermöglichten.

„Online-Händler wissen, dass Instagram-Hashtags besonders effektiv sind, um das Kundeninteresse und die Anzahl an Seitenzugriffen durch Weiterleitungen zu steigern, und dass dies für die Region MENA in besonderem Maße gilt“, sagt El Ali. „In dieser Region sind diese eine besonders wirkungsvolle Maßnahme. Unternehmen, die in diesen Markt expandieren möchten, und Unternehmen, die bereits auf diesem agieren, aber ihre Social-Media-Kampagnen bisher noch nicht lokalisiert haben, sollten dies unbedingt in Erwägung ziehen.“

Mobile Websites sind von entscheidender Bedeutung

Die Analyse unserer Daten hat ergeben, dass während des heiligen Monats bevorzugt über Mobilgeräte auf Online-Inhalte zugegriffen wird. In diesem Zusammenhang haben wir die Performance der arabischen Websites einiger unserer Kunden aus dem Einzelhandel untersucht, die auf einigen der führenden E-Commerce-Märkte in der Region MENA aktiv sind. Dabei stellten wir unter anderem fest, dass es über 60 % der saudi-arabischen Nutzer bevorzugen, auf den mobilen Websites der Einzelhändler nach Produkten zu suchen. Außerdem ergab unsere Analyse, dass in den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenfalls über die Hälfte der Nutzer mobile Websites bevorzugt.

Des Weiteren haben wir untersucht, woher die Seitenzugriffe auf die arabischen Websites anderer Kunden in der Region MENA erfolgten, obgleich diese Einzelhändler ausschließlich Desktop-Websites betrieben. (Sie hatten keine mobilen Websites erstellt, um diese Märkte zu bedienen.) Dabei konnten wir feststellen, dass während des Ramadan die Anzahl an Seitenzugriffen auf diese Desktop-Websites über Smartphones um 4 % bis 13 % zunahm.

„Unserer Ansicht nach ist dies ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass man mobile Websites zur Verfügung stellen muss ...“, erklärt El Ali, „vor allem während des heiligen Monats, um eine optimale Performance einer Website sicherzustellen“.

Das richtige Timing ist ebenfalls wichtig

Einer der wichtigsten Bestandteile des Ramadan ist das Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Dies führt dazu, dass die Gläubigen wesentlich früher und später am Tag essen und folglich zu einem anderen Zeitpunkt ins Bett gehen, arbeiten und andere Aktivitäten verrichten. Es ändert also auch den Zeitpunkt, wann die Gläubigen auf das Internet zugreifen.

Händler, die diese bedeutenden Veränderungen ignorieren, werden den richtigen Zeitpunkt verpassen, das Kundeninteresse zu wecken. Sie müssen ihre E-Mail- und Social-Media-Kampagnen ideal timen, damit diese auch effektiv sind.

In diesem Jahr haben wir für einige Kunden aus dem Einzelhandel die Daten ihrer arabischen Desktop- und mobilen Websites untersucht, mit denen diese Konsumenten in Saudi-Arabien und Ägypten bedienen. Dadurch wollten wir feststellen, zu welchem Zeitpunkt Nutzer auf diesen Märkten bevorzugt auf Online-Inhalte zugreifen. Außerdem wollten wir herausfinden, ob die von den Konsumenten bevorzugten Geräte (Computer oder Mobilgeräte) einen Einfluss auf den Zeitpunkt des Zugriffs auf das Internet haben.

In Saudi-Arabien sind Internetnutzer während des Ramadan vorwiegend um etwa 9 p. m. mit ihren Smartphones und Desktop-Computern aktiv. Dieser Zeitpunkt stimmt in etwa mit unseren Erkenntnissen aus dem vorigen Jahr überein.

Die Nutzer in Ägypten zeigten allerdings etwas andere Gewohnheiten. Zwar erfolgten die meisten Seitenzugriffe durch Smartphone-Nutzer wie in Saudi-Arabien um 9 p. m., allerdings erfolgten die häufigsten Seitenzugriffe über Desktop-Computer zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt, nämlich um 7 a. m. Die meisten Händler sind diese Schwankungen hinsichtlich des Zeitpunkts der meisten Seitenzugriffe gewohnt.

Doch zu welchem Zeitpunkt sollten sich Händler nicht an Kunden, die den Ramadan einhalten, richten? In diesem Zusammenhang haben die Analysen unserer Daten gewöhnlichere Zeitpunkte ergeben. Die wenigsten Seitenzugriffe durch saudi-arabische Nutzer von Desktop-Computern erfolgten um 2 a. m., bei den Nutzern von Mobilgeräten lag dieser Zeitpunkt bei 3 a. m. In Ägypten erfolgten die wenigsten Seitenzugriffe – sowohl über Mobilgeräte, als auch über Desktop-Computer – um 1 a. m.

Bei der Untersuchung der Tage, an denen die intensivste Internetaktivität herrschte, konnten wir feststellen, dass saudi-arabische Nutzer von Mobilgeräten während des Ramadan montags häufiger auf das Internet zugreifen als an jedem anderen Tag. Die meisten saudi-arabischen Seitenzugriffe über Desktop-Computer erfolgten donnerstags. (Dies ergibt Sinn, wenn man bedenkt, dass in Saudi-Arabien das Wochenende auf Freitag und Samstag fällt.) Bei unserer Untersuchung der Internetaktivität ägyptischer Nutzer stellte sich der Montag als der Tag heraus, an dem die meisten Zugriffe, sowohl über Mobilgeräte als auch über Desktop-Computer, erfolgten.

Doch welche Erkenntnisse können wir daraus ableiten? „Falls eine Marke bezahlte Suchergebnisse nutzt, kann sie diese Daten dazu verwenden, die Zeitpunkte mit den meisten Seitenzugriffen herauszufinden und so eine höhere Kapitalrendite zu generieren“, rät El Ali. „Je nach Unternehmensstrategie können Unternehmen entweder an Tagen mit geringen Seitenzugriffen konzentriert Investitionen tätigen oder an Tagen mit vielen Seitenzugriffen eine signifikante Erhöhung ihrer Investitionen in Erwägung ziehen. Welche Strategie Sie auch verfolgen, Sie werden in jedem Fall die Anzahl an Seitenzugriffen und die Umsetzungsraten steigern.“

 

Chris Hutchins

Marketing Communications Specialist

Die Aufgabe von Chris Hutchins bei MotionPoint besteht unter anderem darin, Vertriebs- und Marketingmaterialien zu erstellen.

 

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