Der japanische „Tag des Berges“ bietet enorme Geschäftsmöglichkeiten
 
Chris Hutchins AvatarVon: Chris Hutchins
10. August 2016

Der japanische „Tag des Berges“ bietet enorme Geschäftsmöglichkeiten

Der neueste japanische Feiertag kann es Unternehmen ermöglichen, ihre Umsätze im Sommer zu steigern.

 

Morgen feiern die Japaner erstmals ihren neuesten Nationalfeiertag – Yama No Hi, auch „Tag des Berges" genannt. Teilnehmer an diesem Feiertag kosten Gebirgspflanzen und wandern durch die üppigsten Gebirgslandschaften des Landes. (Die Japan National Tourism Organization empfiehlt clever einige Reiseziele, allen voran den majestätischen Vulkan Fuji.)

Allerdings ist die Fremdenverkehrszentrale nicht die einzige Institution, die den ersten japanischen Tag des Berges geschickt nutzt. Auf dem japanischen Markt tätige Unternehmen engagieren sich bereits intensiv, das Interesse für diesen Feiertag zu wecken. Dadurch erwarten sie zusätzliche Umsätze in Höhe von 8 Milliarden USD.

Vor zwei Jahren haben verschiedene lokale Interessenvertretungen von Anbietern von Outdoor-Aktivitäten wie der Japanese Alpine Club die Regierung erfolgreich überzeugt, diesen Feiertag zu gründen. Die Motivation bestand darin, die städtische Bevölkerung „mit den Gebirgslandschaften des Landes vertraut zu machen und ein Gefühl der Dankbarkeit für den Segen zu verbreiten, den die Berge bringen.“ Der Glauben an diesen Segen durch die Natur ist ein zentraler Bestandteil des Shintō, einer von vielen Japanern ausgeübten Religionen.

Außerdem bietet der Tag des Berges, einer der 16 Nationalfeiertage Japans (dies sind doppelt so viele wie in Großbritannien), der überarbeiteten japanischen Bevölkerung die Gelegenheit, sich einen Tag lang zu erholen, ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen. Es gibt bei Büroangestellten eine seit langer Zeit beobachtete Neigung, „sehr viel zu arbeiten und sich nur selten frei zu nehmen“, hieß es in einem Japan-Times-Artikel. „Die Mitarbeiter wollen ihre Arbeitskollegen nicht mit zusätzlicher Arbeit belasten.“

Wie das The Wall Street Journal im Jahr 2014 berichtete, nehmen japanische Arbeiter im Jahr durchschnittlich 8,6 Tage Urlaub. Dies ist weniger als die Hälfte an Urlaub, der ihnen üblicherweise zusteht.

Die Bekanntheit des Tags des Berges ist hoch: So ergab eine kürzliche Umfrage, dass mindestens 80 % der Befragten aus verschiedenen Altersgruppen diesen Feiertag kennen.

Unternehmen haben freudig Werbeaktionen gestartet, um die Bedürfnisse dieser sich auf den Feiertag freuenden Konsumenten zu befriedigen. Schließlich bedeuten mehr Feiertage, dass Verbraucher auch mehr Geld in die Kassen spülen.

Letzten Monat hat der Hersteller von Ramen-Nudeln, „Cup Noodle“, anlässlich des Tags des Berges einen Camping-Nudelkocher aus Titan in limitierter Auflage herausgebracht. („Zwar ist dies nicht der erste Nudelkocher aus Titan von Cup Noodle ...“, hieß es in einem kürzlichen Bericht von Japan Today, „allerdings wird es der erste mit einem hellgrünen Griff sein.“) Ab morgen wird ein Kaufhaus aus Tokio anlässlich des Feiertags Stücke rohen Thunfischs anbieten, die wesentlich größer als üblich sind und passenderweise den pfiffigen Spitznamen yamamori („so hoch wie ein Berg“) haben. Darüber hinaus locken auch Online-Händler wie L-Breath am Tag des Berges mit speziellen Verkaufsaktionen.

Unternehmen erwarten sich einen Umsatzanstieg am Berg des Tages und zum Obon-Fest, das nächste Woche beginnt und eine beliebte Reisezeit für Japaner ist. Laut Bloomberg Businessweek können Händler aus den Branchen Tourismus, Freizeit, Gastronomie, Transport und Einzelhandel mit einem Anstieg der Konsumentenausgaben in Höhe von 8 Milliarden USD rechnen.

Im Rahmen dieses Berichts hat Bloomberg mit einem japanischen Lehrer gesprochen, der bereits geplant hat, am Tag des Bergs Campingausrüstung im Wert von 700 USD zu verschenken und sich einen neuen Rucksack und ein Zelt im Wert von weiteren 1.000 USD anzuschaffen.

Inspirationen für Online-Händler

Doch wie können Händler aus westlichen Ländern von diesem neuen japanischen Feiertag profitieren? Es kann auf jeden Fall nicht schaden, den japanischen Markt mithilfe von lokalisierten Websites anzusprechen. Wir haben kürzlich im Rahmen unserer Trendbook-E-Book-Reihe Japan als einen der 30 interessantesten Märkte für Online-Expansionen identifiziert.

Japan ist aufgrund der Bevölkerung ein sehr attraktiver Markt, da die Menschen meist viel Geld sparen, um dieses für bestimmte Güter wie beliebte und Luxusmode auszugeben. Die Internetnutzung liegt bei über 90 %. Es ist einer der 5 größten E-Commerce-Märkte der Welt mit einem Volumen von über 100 Milliarden USD, von dem erwartet wird, dass es im Verlauf der nächsten drei Jahre auf knapp 134 Milliarden USD ansteigen wird. Darüber hinaus erlebt auch der M-Commerce ein atemberaubendes Wachstum.

Ein weiterer extrem begünstigender Faktor ist die enorme Beliebtheit der sozialen Medien bei japanischen Verbrauchern. Eine Umfrage hat ergeben, dass der Großteil der Bevölkerung Social Media nutzt. So ist ein Anteil von 90 % der Befragten in den 20ern und 60 % der Befragten in den 40ern bei einem sozialen Netzwerk registriert.

Durch eine Ansprache dieser digital versierten Konsumenten in ihrer Sprache auf den von ihnen bevorzugten Geräten können in Hinblick auf den Umsatz enorme Erfolge erreicht werden.

Doch welches sind die weiteren Best Practices, die wir von dem erstmals stattfindenden, japanischen Feiertag Tag des Berges und der cleveren Ansprache der lokalen Verbraucher durch Einzelhändler ableiten können?

Die Kultur verstehen

Als Neueinsteiger sollten Sie unbedingt danach streben, Ihre globalen Kunden auf eine Art zu bedienen, die deren kulturelle Besonderheiten berücksichtigt. Dies erfordert eine leistungsstarke Kombination aus umfassenden kulturellen Kenntnissen und länderübergreifendem Denken. Internationale Unternehmen, die in der Lage sind, globale Verbraucher auf ebenso authentische und spezifische Art anzusprechen wie regionale Unternehmen, können häufig schnelle und nachhaltige Erfolge erzielen.

Besondere Ereignisse berücksichtigen

Einzelhändler, die regionale Feiertage und nationale Verkaufsveranstaltungen berücksichtigen, können bei lokalen Verbrauchern ein enormes Interesse wecken. Wir konnten beobachten, wie französischsprachige Websites von Einzelhändlern durch Online-Verkaufsaktionen während des sechswöchigen, landesweit stattfindenden Schlussverkaufs Soldes einen zusätzlichen Umsatz in Millionenhöhe generieren und sich entscheidend von der Konkurrenz abheben konnten.

Kreative Verkaufsaktionen anbieten

Falls Sie festgestellt haben, dass in diesem Sommer auf einem globalen Markt die Umsätze ins Stocken geraten sind, aktuell aber kein Feiertag ansteht, anlässlich dessen eine Verkaufsaktion gestartet werden kann, dann werden Sie kreativ und veranstalten Sie Ihre eigenen! An Feiertage erinnernde Verkaufsveranstaltungen, selbst wenn diese nur von Ihrer Marke durchgeführt werden oder auf Ihrer Website stattfinden, können auf bestimmten Märkten zu enormen Erfolgen führen.

Flexibilität sicherstellen

Unabhängig davon, welchen Markt Sie bedienen, sollten Sie möglichst immer die besonderen lokalen Gepflogenheiten kennen. Dieses Wissen kann Ihnen dabei helfen, sich schnell an bestimmte Veranstaltungen (wie beispielsweise neue Nationalfeiertage) oder sich ändernde Kundenpräferenzen anzupassen.

 

Chris Hutchins

Marketing Communications Specialist

Die Aufgabe von Chris Hutchins bei MotionPoint besteht unter anderem darin, Vertriebs- und Marketingmaterialien zu erstellen.

 

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