So maximieren Sie während des Ramadan Ihre E-Commerce-Umsätze (Teil 2)
 
Chris Hutchins AvatarVon: Chris Hutchins
09. Juni 2016

So maximieren Sie während des Ramadan Ihre E-Commerce-Umsätze (Teil 2)

Erfahren Sie, wie Sie während des heiligen Monats der Muslime das Engagement interneterfahrener Kunden intelligent und authentisch verstärken können.

 

Dies ist Teil 2 einer 2-teiligen Reihe. Hier finden Sie Teil 1.

Wie wir bereits am Donnerstag erwähnt haben, können E-Händler und global expandierende Unternehmen es sich nicht leisten, die boomenden Online-Märkte der überwiegend muslimisch geprägten Regionen wie Naher Osten, Nordafrika (MENA) und Asien zu vernachlässigen.

Internet und Smartphones florieren in diesen Märkten ebenso wie das Online-Shopping. Berichten zufolge ist das E-Commerce in den letzten zehn Jahren allein in der Region MENA um über 1.500 % gestiegen. Der E-Commerce-Markt in dieser Region ist mittlerweile über 7 Mrd. USD wert.

Interessanterweise erreicht das Online-Shopping in diesen Regionen während des Ramadans Höchstwerte. Der Ramadan ist der heilige Monat, in dem die Muslime fasten, beten und für wohltätige Zwecke spenden. (Der Ramadan hat am Sonntagabend, am 5. Juni, begonnen.)

In den letzten Jahren haben intelligente Händler ramadanbezogene Werbeaktionen ins Leben gerufen, um diese Kunden zu gewinnen. Die Strategie geht auf: Die Händler konnten beobachten, dass die durchschnittliche Zahl der Bestellungen in einigen Produktkategorien um 70 % anstieg.

Wie kann Ihr Unternehmen diese interneterfahrenen Kunden anlocken? Um mehr darüber zu erfahren, führen wir unser Gespräch mit Omar El Ali fort, einem Global Online Strategist des Global Growth Team von MotionPoint.

Tipp 4: Nutzung der sozialen Medien

Die sozialen Medien boomen in der Region MENA (und anderen überwiegend muslimisch geprägten, globalen Märkten). Derzeit weisen die meisten Länder eine deutlich höhere Nutzungsrate auf als der globale Durchschnitt.

Mit Verbreitungsraten von 87 % und 84 % stechen Facebook und WhatsApp in den arabischen Ländern alle Wettbewerber aus. (Berichten zufolge gewinnt auch Instagram an Boden.) Die Konsumenten kommunizieren im Laufe des Tages regelmäßig mit ihren Freunden über soziale Netzwerke. Andere Kanäle wie mobile Nachrichten-Apps, VoIP und Textnachrichten werden nicht so häufig genutzt.

„Wenn Sie die Mehrzahl der Kunden erreichen wollen, die Ramadan feiern, und dabei nicht die sozialen Medien nutzen, verpassen Sie eine große Chance“, warnt Omar.

Tatsächlich können die Interaktionen bei Facebook während des Ramadans um 30 % und die Interaktionen bei Twitter um ein Drittel ansteigen. Posts in diesen Netzwerken waren von außergewöhnlich positivem Charakter, besonders nach Ende des Ramadans.

Omar weist eindringlich darauf hin, dass Social Media Marketing mehr bewirken kann als Seitenzugriffe für die Social-Media-Konten einer Marke zu generieren. Es führt die globalen Kunden auch zu den lokalisierten Websites der Marke, was wiederum auf direktem Weg zu mehr Kundenbindung und Umsatz führt. Das haben wir kürzlich selbst erlebt, als wir einem großen, westlichen Händler dabei geholfen haben, seine Zielgruppe in der MENA-Region gezielter anzusprechen.

Wie wir kürzlich berichtet haben, hat dieser MotionPoint-Kunde auf clevere Weise die Funktion „Auf Facebook“ teilen in die Produktseiten seiner arabischen Website integriert. Leider wurden die Inhalte auf Englisch geteilt, wenn Kunden vor Ort versuchten, diese Produkte mit ihren Facebook-Freunden zu teilen.

Dies führte zu einer gravierenden „sprachlichen Kluft“ zwischen der Marke, den Kunden der Marke und deren Facebook-Freunden. Aus diesem Grund ersetzte MotionPoint diese englischsprachigen Open-Graph-Metadaten durch arabische Inhalte. Danach schossen die Seitenzugriffe aufgrund von Facebook-Weiterleitungen auf die MENA-Seiten des Kunden in die Höhe.

Besonders deutlich zeigte sich dies während des Ramadans. Während des Monats stiegen die Seitenzugriffe aufgrund von Weiterleitungen um über 1.410 %!

Und dies ist ein weiterer, überzeugender Grund, um Social-Media-Kanäle in der MENA-Region zu integrieren: Ihre Wettbewerber haben diesen Schritt möglicherweise schon getan. Über 40 % der arabischen Online-Händler-Marken nutzen derzeit Facebook, um ihre Waren zu bewerben; fast ein Viertel der Marken nutzt Instagram.

Tipp 5: Kreieren von mobilen Erfahrungen

MENA ist mehr als nur eine Keimzelle für die Nutzung sozialer Medien. Es ist auch die zweitgrößte Region der Welt für die Nutzung von Smartphones. Die Smartphone-Nutzung im Nahen Osten und in Afrika steigt so rapide an, dass die Analysten ihre Prognosen nach oben korrigieren mussten. In drei Jahren wird der Anteil an genutzten Smartphones fast 25 % oder 174 Millionen Einwohner betragen.

Warum diese mobilen Kunden erreicht werden sollten, liegt auf der Hand. „Die Nutzung mobiler Geräte nimmt global ebenso zu wie die Notwendigkeit, sich mittels E- und M-Commerce näher am Einkaufsort zu positionieren“, so ein Analyst letztes Jahr.

Das Kreieren lokalisierter, mobiler Online-Erfahrungen ist ideal, um die Ramadan feiernde Zielgruppe zu bedienen, stellt Omar fest.

„Nach dem Fastenbrechen bei Sonnenuntergang verbringen einige Gläubige ihre Zeit mit Beten. Andere wiederum gehen aus und verbringen Zeit in Cafés oder bei ihren Lieben zuhause“, erklärt er. „Natürlich wollen die Menschen mit Hilfe des Internets erfahren, welche Diskussionen an diesen Abenden geführt werden. Dazu nutzen sie ihre Smartphones.“

Daten von Google sowie unsere eigenen, exklusiven Analysen bestätigen dies. Dem Suchmaschinen-Giganten zufolge „schauen die Menschen während des Ramadans mehr YouTube, suchen mehr im Internet und gehen öfters mit ihren mobilen Geräten ins Internet.“ Die Suche per Mobilgerät erlebt während des Ramadans in der MENA-Region mit einer Anzahl an 60 % Suchanfragen einen atemberaubenden Anstieg.

Das sind laut Google 5 % mehr als der Durchschnitt in anderen Monaten. Während des Ramadans gibt es also Millionen von zusätzlichen Suchanfragen.

Kürzlich haben wir den Mobilgeräte-Zugriff im Jahr 2015 für einen unserer Kunden untersucht. Er ist E-Händler im Bereich Mode und bedient die Märkte Qatar, Kuwait und Vereinigte Arabische Emirate. Obwohl dieses Unternehmen seinen Kunden keine mobile Website zur Verfügung stellte, stiegen die Seitenzugriffe von Mobilgeräten während des Ramadans signifikant an. Die Seitenzugriffe über Mobilgeräte stiegen im Vergleich zum Vormonat um 10 %, während die Seitenzugriffe über den PC um 15 % fielen.

Wir haben außerdem Analysen eines anderen Kunden untersucht, der mit arabischen Websites auf den MENA-Märkten aktiv ist – er hatte ein lokalisiertes, mobiles Angebot. Die gesamten Besuche nahmen während des Ramandans um annähernd 10 % zu. 30 Tage nach Ablauf des Monats sank der Anteil der Zugriffe über Mobilgeräte um 5 %.

Was lernen wir daraus? „Seien Sie dort, wo Ihr Kunde ist“, so Omar, „und seien Sie nur einen Fingertipp entfernt – ganz besonders während des Ramadans. Denn dann nutzen die Kunden ihre Smartphones mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt.“

Tipp 6: Zum richtigen Zeitpunkt Reichweite generieren

Das richtige Timing ist beim Online-Marketing immer wichtig, aber während des Ramadans ist es laut Omar absolut unverzichtbar.

„Wenn Ihre Web- und Marketing-Teams Online-Visual-Merchandising-Software, Inbound-Marketing-Software oder ein Social-Media-Management-System nutzen, achten Sie darauf, wann Sie Ihre Reichweite für optimale Kundeneinbindung aktivieren“, erklärt er. „Menschen, die Ramadan feiern, gehen generell zu untypischen Zeiten online.“

Das liegt an den wechselnden Essenszeiten (vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang) während des heiligen Monats. Dadurch ändern sich auch einen Monat lang Schlafenszeit, Arbeitszeit und mehr. Im muslimisch dominierten Markt von Indonesien beispielsweise beginnen die Arbeitstage mindestens eine Stunde früher als in anderen Monaten. „Die Hauptsendezeit wird auf den Morgen verlegt, da die Familien abends zusammen essen und ausgehen“, so ein Bericht.

Omar erklärt: „Für einige Unternehmen birgt das Schwierigkeiten. Denn was sonst als optimale Zeit gilt, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben, ist es auf einmal nicht mehr“. „Lassen Sie uns einmal das Inbound-Marketing genauer anschauen. Wenn Sie um 3 p. m. eine Massen-E-Mail an Kunden in der MENA-Region versenden, kann es sein, dass Ihre Zielgruppe die E-Mail erst am nächsten Tag liest und diese sich dann schon hinter neueren E-Mails weiter unten im Posteingang befindet.“

Laut Omar gilt dasselbe für die sozialen Medien.

Wir haben die Daten einiger MotionPoint-Kunden von Ramadan 2015 ausgewertet, die einige Märkte des Nahen Ostens mit arabischen Websites bedienen. Dabei konnten wir die meisten Seitenzugriffe um Mitternacht verzeichnen, als viele Ramadan-Feiernde die Suhur-Mahlzeit (spätes Abendessen) einnahmen.

Andere Spitzenzeiten waren das Ende des Arbeitstags (gegen 2 p. m. in dieser Region) sowie um 8 und 9 p. m., etwa eine Stunde nach dem täglichen Fastenbrechen. Diese hohe Aktivität hält bis Mitternacht an.

Die niedrigste Anzahl an Seitenzugriffen zeigte sich zwischen 6 und 8 a. m. (zu dieser Zeit bereiteten sich die Kunden auf ihren Arbeitstag vor) sowie zwischen 6 und 7 p. m. während des Fastenbrechens.

„Vereinfacht gesagt verändert sich das Internetverhalten der Nutzer während dieses Monats ziemlich stark“, so Omar, „und die Unternehmen müssen clever damit umgehen.“ Passen Sie das Timing Ihrer Aktivitäten entsprechend an, um optimal von den Kunden wahrgenommen zu werden.“

Das Ende des Ramadans

Im unmittelbaren Anschluss an den Ramadan beginnt das mehrtägige Fest Eid-al-Fitr (wörtlich übersetzt als „Fest des Fastenbrechens“). Während dieses Fests treffen sich Freunde und Liebende und tauschen Geschenke miteinander aus.

Die Daten von MotionPoint zeigen, dass die Zugriffe auf E-Commerce-Seiten der MENA-Märkte bereits während der letzten vier Tage des Ramadans beginnen zu sinken. Zu dieser Zeit bereiten sich die meisten Menschen auf Eid-al-Fitr vor. Tatsächlich sinken die Zugriffe während dieser letzten vier Tage des Ramadans je nach Land um 5 % bis 21 % (verglichen mit den vier Tagen vor Beginn des heiligen Monats).

„Wir empfehlen, einmonatige Kampagnen während der letzten fünf Tage des Ramadans zu beenden und stattdessen durch eine Kampage zu ersetzen, die den Nutzern ein schönes Eid-al-Fitr wünscht“, so Omar. „Die besten Ergebnisse haben wir beobachtet, wenn diese Kampagne am dritten Tag des Eid-al-Fitr endet.“

Die guten Wünsche runden den Monat und den zu Beginn des Ramadans aufgebauten Kundenkontakt auf nachhaltige Weise ab.

In den Wochen danach kann Ihr Unternehmen eine Auswertung der Umsätze, der Kundenbindung und anderer Daten vornehmen, die sich während dieses Monats angesammelt haben – und Wege finden, um weitere Best Practices in Bezug auf den Ramadan für die nächsten Jahre zu entwickeln.

 

Chris Hutchins

Marketing Communications Specialist

Die Aufgabe von Chris Hutchins bei MotionPoint besteht unter anderem darin, Vertriebs- und Marketingmaterialien zu erstellen.

 

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