Wie Sie das Phänomen „Jikgu“ nutzen, um in Übersee einen höheren Umsatz zu erzielen
 
Chris Hutchins AvatarVon: Chris Hutchins
08. April 2015

Wie Sie das Phänomen „Jikgu“ nutzen, um in Übersee einen höheren Umsatz zu erzielen

Südkoreaner umgehen die überteuerten Preise inländischer Waren, indem sie diese von Online-Anbietern aus dem Ausland beziehen. Und Unternehmen aus westlichen Ländern bietet sich die einzigartige Gelegenheit, dieses Phänomen für sich zu nutzen.

 

Für die meisten US-Kunden ist es zur Gewohnheit geworden, Ihre Einkäufe online zu tätigen. Für sie stellt der Besuch zahlreicher E-Commerce-Websites, um Produkte und Preise zu vergleichen, keinen besonderen Aufwand dar. Angebote gibt es im Überfluss. Heutzutage stellen US-Websites ihren Kunden Versionen in der Sprache ihrer Wahl (vor allem auf Englisch, aber zunehmend auch in spanischer Sprache) zur Verfügung. Hinzu kommt, dass inländische E-Händler zu Wettbewerbszwecken oft sehr niedrige Preise anbieten und Kunden dadurch häufig tolle Angebote erhalten.

Dies ist in anderen Ländern nicht so. Zwar erlebt das E-Commerce weltweit ein enormes Wachstum (der globale Umsatz wird in diesem Jahr 1,7 Billionen USD erreichen), dennoch bieten nationale E-Commerce-Websites vielen Kunden weltweit Konsumgüter oft nur zu hohen Preisen an. Laut lokalen Berichterstattungen erreicht dieses Phänomen ein Ausmaß, dass die in diesen Ländern ansässigen Websites teilweise einen um 40 % höheren Preis für ein Produkt verlangen als Websites in den USA.

(Unsere Untersuchungen haben sogar ergeben, dass dieser Aufschlag von 40 % beinahe zu tief angesetzt ist. In einigen Ländern müssen Kunden für gewisse Produkte weitaus höhere Preise zahlen. In Kürze werden wird diesen Aspekt näher beleuchten.)

Dieses Phänomen ist in Ländern wie Russland, China und Südkorea besonders stark ausgeprägt. Dabei gibt es zahlreiche Gründe für diesen Preisaufschlag, wobei dieser häufig durch mangelnden Wettbewerb um Lizenzen ausländischer Marken verursacht wird. Dies führt zu einer künstlichen Steigerung der Preise importierter Waren.

In Südkorea beispielsweise schließen Unternehmen häufig exklusive Importabkommen mit koreanischen Einzelhändlern ab, um Zugriff auf den Markt zu erhalten. Dadurch erhalten diese Zugang zu großen Vertriebskanälen (wie die Chaebol-Hypermärkte), doch keine weiteren Anreize, neue Vertriebskanäle zu nutzen.

Dennoch schaffen es kleinere, clevere Online-Händler, dies zu kompensieren, indem sie die Waren auf ihren Websites in der jeweiligen, lokalen Sprache anbieten.

Interessanterweise haben diese Einzelhändler die begehrten Produkte selten lokal auf Vorrat. Stattdessen besuchen diese Einzelhändler häufig ihrerseits ausländische E-Commerce-Websites, häufig englischsprachige aus den USA, um diese Produkte zu bestellen und sie dann anschließend an ihre lokalen Kunden weiterzuverkaufen. Diese Importeure verlangen häufig exorbitante Preise für die Einfuhr des Produkts, unter anderem für die Zeit, die Anstrengungen und die Erfüllung der Importbestimmungen.

Dies ist zwar nicht illegal, dennoch kann es zu ungeheuer hohen Preisen für internationale Kunden führen.

Allerdings „wehren“ sich einige dieser Kunden seit einigen Jahren gegen diese Praktiken, indem sie diese Produkte ihrerseits auf US-amerikanischen Websites bestellen. Sie warten sogar oft auf berühmte westliche Shopping-Events (z. B. den Black Friday), um noch mehr Geld zu sparen.

Trotz teilweise ungünstiger Wechselkurse und hoher internationaler Versandkosten sind diese Produkte immer noch bedeutend günstiger, als wenn sie bei lokalen Einzelhändlern bezogen werden. Zur Veranschaulichung soll folgende Grafik dienen, deren Daten MotionPoint aus der Verwaltung einer englischsprachigen Website eines E-Händlers erhoben hat. Im Vergleich zu den von koreanischen E-Händlern üblicherweise verlangten Preisen sind die möglichen Ersparnisse enorm. Der durchschnittliche Aufpreis, der pro Produkt auf dem lokalen Markt zu zahlen ist, beträgt 174 %:

In Südkorea wird das Verfahren des Direktbezugs im Ausland jikgu genannt. Es ermöglicht koreanischen Einkäufern enorme Ersparnisse, aber – entscheidender für US-amerikanische Unternehmen und Organisationen – es kann auch zu einer erheblichen Steigerung des Umsatzes eines E-Händlers beitragen.

Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap News Agency (unter Berufung auf eine Umfrage, die von der Cash-Back-Shopping-Website EBATES durchgeführt wurde) gaben mehr als die Hälfte der koreanischen Online-Käufer am vergangenen Black Friday auf US-amerikanischen E-Commerce-Websites einen Betrag aus, der über der zollfreien Obergrenze von 200 USD lag.

Dabei gaben über 75 % der Befragten an, dass sie gerne den Zolltarif für Käufe über 200 USD zahlten, der bei Mode, Kosmetik und Lebensmitteln zwischen 5 % und 13 % liegen kann. Der Zolltarif liegt bei Luxusgütern wie Handys sogar noch wesentlich höher.

Enorme 99 % der koreanischen Einkäufer gaben an, dass sie auch nach dem Black Friday weiterhin Online-Käufe auf ausländischen Websites tätigen wollten. Was die Gründe dafür sind? Wir gehen davon aus, dass dies vor allem an den Ersparnissen liegt.

Dabei neigt sich dieser Trend keinesfalls dem Ende zu, sondern wächst sogar stetig weiter an. Laut dem Bericht von Yonhap stieg das Importvolumen durch jikgu in Südkorea zwischen 2009 und 2013 um ein Fünffaches an. Die Zahlen lagen im ersten Halbjahr des Jahres 2014 bei 718 Millionen USD und sollten laut Prognose den Rekord von 1 Milliarden USD des Jahres 2013 brechen.

Laut Savills Research & Consultancy (unter Berufung auf Daten der Bank von Korea), verzeichneten die Kreditkartenzahlungen im Ausland im Jahr 2013 ein Wachstum von 15,4 % und überstiegen dadurch die im Inland getätigten Kreditkartenzahlungen, die ein Wachstum von 3,2 % erzielten. In diesem Jahr stiegen die Importe durch nicht-koreanische E-Commerce-Websites um 47 %.

All diese Zahlungen und der dadurch generierte Umsatz kommt ausländischen Einzelhändlern zugute, die vorwiegend in den USA ansässig sind.

Die MotionPoint-Perspektive

MotionPoint übersetzt, optimiert und betreibt Hunderte E-Commerce-Websites. Während die meisten unserer Kunden ihre Websites von Englisch in eine andere Sprache übersetzen lassen, lokalisieren einige ihre englischsprachigen Websites unter Verwendung länderspezifischer Terminologie, um sie auf anderen englischsprachigen Märkten einzusetzen.

Wir haben kürzlich die Leistungsfähigkeit einer US-amerikanischen Website untersucht, die wir für einen britischen E-Händler betreiben, und konnten dabei diesen „jikgu-Aufschwung" feststellen. Alleine im vergangenen Jahr machten die Käufe von Personen aus nicht-englischsprachigen Ländern fast 10 % des Umsatzes aus, den das Unternehmen über die englischsprachige US-amerikanische Website erzielte. Dabei stammt mindestens die Hälfte dieser Besucher aus asiatischen Ländern wie China, Russland und Südkorea.

Dies stellt einen erheblichen Anstieg dar, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Website nicht auf die Bedürfnisse dieser internationalen Kunden zugeschnitten ist. Nun denken Sie einmal an die Umsatzsteigerungen, die dieses Unternehmen und andere E-Händler aus den USA erzielen können, wenn sie übersetzte und optimierte Versionen ihrer Websites für diese enorm wachsenden, internationalen Märkte anbieten würden.

Das Anbieten einer Shopping-Erfahrung in der von einem Markt bevorzugten Sprache ist der leichteste und effektivste Weg für Unternehmen, das Vertrauen von Kunden zu gewinnen. Das ist der Grund dafür, dass diese kleineren und lokalen, koreanischen E-Händler trotz der erheblich höheren Preise weiterhin ein großes Wachstum erreichen: Sie bieten die von diesem Markt bevorzugte Sprache an.

Westliche E-Händler, die nicht ihre Websites übersetzen, um dieses globale Shopping-Phänomen (und die damit einhergehenden, erheblichen Umsatzsteigerungen) zu nutzen, verpassen die Chance, ihren Umsatz nachhaltig zu steigern. Durch Nichtbeachtung dieser Märkte können lokale Händler die Vormachtstellung auf diesem Markt bewahren, da die nötige Konkurrenz fehlt.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie globale Trends wie „jikgu“ nutzen können, um den Umsatz Ihres Unternehmens zu steigern und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erhalten? Dann kontaktieren Sie uns. Wir unterstützen Sie dabei, einen nachhaltigen und ergebnisorientierten Plan zu erstellen, der Ihnen dabei hilft, Zugang zu diesen bereits bedienten Märkten zu erhalten.

 

Chris Hutchins

Marketing Communications Specialist

Die Aufgabe von Chris Hutchins bei MotionPoint besteht unter anderem darin, Vertriebs- und Marketingmaterialien zu erstellen.

 

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