Black Friday und Cyber Monday in Europa
 
Chris Hutchins AvatarVon: Chris Hutchins
04. Dezember 2015

Black Friday und Cyber Monday in Europa

US-Amerikaner sind nicht die einzigen Einkäufer, die verrückt nach den Verkaufsereignissen im November sind. Der Black Friday hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt. MotionPoint stellt Ihnen eine exklusive Analyse mit den zugehörigen Daten vor.

 

Es ist kein Geheimnis, dass in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr in der Thanksgiving-Woche Online-Verkaufsereignisse wie der Black Friday und Cyber Monday alle Rekorde gebrochen haben.

  • Thanksgiving: Die Online-Umsätze stiegen gegenüber dem Vorjahr um 25 % auf 1,73 Milliarden USD. Der durchschnittliche Bestellwert nahm um knapp 10 % zu.
  • Black Friday: Die Online-Verkäufe generierten einen Umsatz von 2,74 Milliarden USD, dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 14,3 %.
  • Cyber Monday: Das exklusive Online-Verkaufsereignis erzielte Umsätze in Höhe von 3,07 Milliarden USD und somit einen Anstieg um 16 % gegenüber dem Jahr 2014.

Allerdings wissen einige Menschen noch nicht, dass diese Ende November stattfindenden, „typisch US-amerikanischen“ Verkaufsereignisse sich mittlerweile auch international einer großen Beliebtheit erfreuen, vor allem auf europäischen Märkten wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Die britische Presse ehrt Amazon immer wieder als „Vorreiter“ des Black Friday, da der E-Commerce-Riese die britischen Konsumenten bereits seit dem Jahr 2010 mit tollen Online-Angeboten lockt, und regionale Händler nehmen diese Strategie schnell an. In einigen Fällen hat dies zu einem Hype unter den Konsumenten geführt, genauso wie in den Vereinigten Staaten. Im vergangenen Jahr wurde der Ruf der zum Walmart-Konzern gehörigen, britischen Supermarktkette ASDA sogar dadurch geschädigt, dass kaufwütige Konsumenten regelrecht um die Schnäppchen kämpften.

Laut einem Bericht von Barclays beabsichtigten über 75 % der britischen Einzelhändler in diesem Jahr, eine Verkaufsveranstaltung anlässlich des Black Friday abzuhalten. Ein weiterer Bericht prognostizierte einen Anstieg der Umsätze in diesem Jahr um 20 % gegenüber dem Jahr 2014. Diese Zahl wurde bei Weitem von dem Umsatzwachstum in Höhe 36 % übertroffen, das die von Experian-IMRG nach dem Black Friday veröffentlichten Statistiken aufwiesen.

Und dieses Phänomen breitet sich weiter aus. Kürzlich haben französische und deutsche Einzelhändler ihre Verkaufszahlen veröffentlicht. Und dabei wurde offensichtlich, dass diese Unternehmen, ähnlich wie in Großbritannien, den Großteil ihrer Umsätze am Black Friday über online und Mobilgeräte getätigte Käufe erzielten.

MotionPoint wollte einen Blick hinter die Schlagzeilen und den Hype werfen, um herauszufinden, wie konstant europäische Einkäufer an diesen Verkaufsereignissen für Online-Umsatz sorgen. Aus diesem Grund haben wir kürzlich die Umsatzdaten verschiedener führender Modehändler untersucht, die europäische Märkte online in zahlreichen Sprachen bedienen. Im Nachfolgenden möchten wir Ihnen unsere Erkenntnisse vorstellen.

„Zunächst einmal wirkt es so, als wäre der Black Friday gegenüber dem Cyber Monday in jeder Beziehung ein größerer Erfolg“, erklärt Eric Watson, Global Online Strategist des Global Growth Team von MotionPoint. „Wir gehen davon aus, dass dies primär daran liegt, dass der Begriff „Cyber Monday“ nicht denselben Bekanntheitsgrad hat. Europäische Händler, die im nächsten Jahr enorme Umsätze erzielen möchten, sollten ihre Marketingkampagnen daher primär auf den „Black Friday“ ausrichten.“

Großbritannien

Unsere Analysen der lokalisierten britischen, französischen und deutschen E-Commerce-Websites, die wir betreiben, haben ergeben, dass britische Websites im Jahresvergleich am Black Friday und Cyber Monday die geringsten Wachstumsraten aufweisen:

Wir gehen davon aus, dass die Ursache dieses vergleichsweise geringen Wachstums darin liegt, dass britische Händler die US-amerikanischen Feiertags-Verkaufsveranstaltungen bereits seit Längerem übernommen haben. „Lokalisierungen aus dem amerikanischen ins britische Englisch bieten die Möglichkeit einer schnelleren Erstellung von Werbebotschaften ...“, sagt Watson, „und somit auch eine schnellere Übernahme kultureller Traditionen wie dem Black Friday.“

Das Umsatzwachstum geht in traditionellen, britischen Geschäften am Black Friday deutlich sichtbar zurück. Dies kann man vor allem an den kürzeren Warteschlangen in Nachrichtenberichten erkennen. Man kann in diesem Zusammenhang durchaus von einer Art „Black-Friday-Burnout“ sprechen. Laut einer aktuellen Verbraucherstudie von Ipsos ist der Bekanntheitsgrad des Black Friday in Großbritannien am höchsten (81 % der britischen Einkäufer gaben an, den Black Friday zu kennen). Allerdings zeigt sich auf diesem Markt auch die ausgeprägteste Geringschätzung dieses Ereignisses durch die Verbraucher: 36 % der knapp 1.900 befragten Briten gaben an, dass sie den Verkaufstag „nicht mögen“.

Wir nehmen an, dass diese gegensätzliche Entwicklung vor allem durch die negative Presse verursacht wurde, die der Black Friday im vergangenen Jahr aufgrund der veröffentlichten Fälle von Gewalt in Geschäften erhielt.

„Da sich Großbritannien zunehmend zu einem gesättigten Markt in Hinblick auf den Black Friday entwickelt, sollten clevere Unternehmen ihre Marketingkampagnen für dieses Verkaufsereignis an die aufstrebenden, französischen und deutschen Märkte richten“, empfiehlt Watson.

Frankreich und Deutschland

Unser Betrieb französischer Websites bot uns die einzigartige Möglichkeit, die Umsatzzahlen lokalisierter Websites am Black Friday und Cyber Monday zu analysieren. Außerdem konnten wir die Leistungsfähigkeit mit einer lokalisierten Website vergleichen, die am Black Friday keine gezielte Marketingkampagne durchführte. (Die französischsprachige Website ohne spezielles Sale-Event gehörte zu einer US-amerikanischen Website, die dieses Verkaufsereignis gezielt bewarb.) Werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse unserer Analyse:

Diese Unternehmen bewarben am Black Friday und Cyber Monday ihre Sonderangebote in französischer Sprache. Bitte beachten Sie das enorme Wachstum, das in Hinblick auf Seitenzugriffe, Transaktionen und Umsatz erzielt werden konnte:

Im Gegensatz dazu hatte das Unternehmen, dass am Black Friday und Cyber Monday keine Sonderangebote in französischer Sprache bewarb, weitaus weniger Erfolg:

„Es ist offensichtlich, dass französische Konsumenten diese Website gezielt besuchten, dass sich aus diesen Besuchen allerdings kaum Umsätze generierten“, erklärt Watson. „Dies stellt eine verpasste Gelegenheit dar. Französische Einkäufer sind als Schnäppchenjäger bekannt. Da immer mehr Einzelhändler den Black Friday für sich nutzen, werden Händler, die dies nicht tun, an diesem Tag auch immer schlechter abschließen.“

Der Bekanntheitsgrad der US-amerikanischen Feiertags-Verkaufsveranstaltungen steigt unter den französischen Verbrauchern, und Konsumenten aus aller Welt, und diese signalisieren cleveren Unternehmen eindeutig, dass sich eine Teilnahme an diesen Verkaufsereignissen auszahlt. Wir sind der Ansicht, dass der Black Friday Unternehmen eine lukrative Gelegenheit bietet, eine Vorreiter-Position einzunehmen.

„Einzelhändler sollten schnell handeln“, sagt Watson. „Da sich das Umsatzpotenzial am Black Friday schnell zwischen Einzelhändlern auf dem französischen Markt herumspricht, wird auch der Wettbewerb bald dramatisch zunehmen.“

Abschließend möchten wir noch einen kurzen Blick auf die Online-Aktivitäten der deutschen Konsumenten am Black Friday werfen:

Auch die Entwicklung der Tätigkeiten am Black Friday in Deutschland zeigt ein jährliches, wenn auch verhalteneres Wachstum. Dies liegt vor allem daran, dass die Deutschen bei Online-Käufen generell vorsichtiger sind, da sie sich mehr Gedanken um die Online-Sicherheit machen und sich weniger von Sonderangeboten locken lassen.

 

Chris Hutchins

Marketing Communications Specialist

Die Aufgabe von Chris Hutchins bei MotionPoint besteht unter anderem darin, Vertriebs- und Marketingmaterialien zu erstellen.

 

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