Spanisch gewinnt an Einfluss in der Geschäftswelt
16. September 2005
VON JOSÉ MELENDREZ
New York - Eine aktuelle Studie prognostiziert einen Zuwachs der Spanisch sprechenden Bevölkerung von 45 Prozent in den nächsten zwei Jahrzehnten, was die Präsenz von Spanisch in der Wirtschaft stärker und notwendiger machen wird. Seit einiger Zeit entdecken Anglo-Unternehmen bereits die Notwendigkeit, in diesem Markt präsent zu sein, obwohl Hindernisse, wie z. B. der kulturelle Unterschied, diesen Prozess schwieriger machen.
José Cancela, Leiter von Hispanic USA, dem Unternehmen, das die von der Roslow Research Group durchgeführte Studie finanziert hatte, erzählte Hoy telefonisch aus Miami, dass die US-Bevölkerung bis 2025 über 12 Millionen Spanisch sprechende Menschen mehr aufweisen wird.
„Bis dahin wird es insgesamt 40 Millionen Spanisch sprechende Menschen in diesem Land geben. Das bedeutet, dass diese Sprache sich halten wird.“
Eine andere Studie, die von Terra Network und Socratic Technologies gesponsert wurde, sagt aus, dass 51 Prozent der hispanischen Immigranten, die seit mehr als 20 Jahren in den USA leben, es vorziehen, weiterhin in Spanisch zu kommunizieren. Jedoch wünschen nur 3 Prozent weiterhin sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch zu kommunizieren.
Wie auch immer, „das erste und wichtigste Problem, das wir bemerken konnten, ist, dass einige (Anglo-)Unternehmen die Aufmerksamkeit des hispanischen Marktes dadurch erregen wollen, dass sie diesen auf Englisch ansprechen. Großer Fehler!“, sagt Arcadio Andrade, Leiter von MotionPoint Translations, einem Unternehmen, das Übersetzungen vom Englischen ins Spanische und Aktualisierungen von Webseiten einiger größerer Gesellschaften durchführt.
Ein anderer weit verbreiteter Fehler ist, dass Gesellschaften eine wortwörtliche Übersetzung ihrer Geschäftsstrategien vom Englischen ins Spanische anfertigen, aber keine Interpretation ihrer Kultur, teilt Emily Tell, Geschäftsführerin von www.tellmealgo.com, einer Übersetzungsfirma mit Sitz in New York, mit.
„Allerdings korrigiert sich dieser Trend leider selbst, da Unternehmen Ihre Abteilungen für multikulturelle Vielfalt erweitern“, erklärt Tell.
Fernando Rodríguez, der Präsident von Terra Network, stimmt zu, dass es nicht ausreicht, nur zu übersetzen, sondern dass es vielmehr notwendig ist, das kulturelle und demografische Profil mit Marketingstrategien in Einklang zu bringen. Über Telefon aus Coral Gables (Florida) erklärte er: „Terra ist seit fünf Jahren in diesem Markt tätig, und wir haben seitdem Automobil- und Pharmazieunternehmen geholfen, ihre Werbekampagnen und Botschaften für den hispanischen Markt mit einer leicht identifizierbaren kulturellen Komponente anzupassen.“
Kaufkraft
Andererseits wird nach Angaben des Statistischen Bundesamts die hispanische Gesellschaft in den nächsten 45 Jahren eine Anzahl von 102.6 Millionen Menschen erreichen.
Außerdem bekräftigt Hispan Telligence, dass die Kaufkraft heute 700 Milliarden Dollar beträgt, das sind 8,5 Prozent der gesamten Kaufkraft in den USA, wobei sich dieser Wert bis 2010 um 11 Prozent erhöhen wird.
Nach Angaben von Hispan Telligence wird aufgrund dieser Prognosen erwartet, dass die Kaufkraft der Hispanics bis 2007 3 Milliarden Dollar betragen wird.
„Man kann sich unschwer ausmalen, welche Auswirkung solche Zahlen in der Geschäftswelt haben“, erklärt Andrade.
„Wir haben unseren Kundenstamm mit enormer Geschwindigkeit wachsen sehen. Heute haben wir Projekte in verschiedenen Geschäftsfeldern. Dazu gehören Elektronik, Bekleidung und Accessoires, sowie das Hotel- und Reisegewerbe, die Nahrungsmittelindustrie, Gesundheitswesen, Regierung und der rechtliche Bereich.“
„Einige unserer Kunden, die hier stellvertretend für ihre Branchen stehen, sind: Pillsbury, Puma, Goodyear, Sears, Gillete, Yuma County, Arizona und Consumer Guide, welcher sich im Besitz der Bundesregierung befindet“, bekräftigt Andrade.
Heutzutage müssen Unternehmen nach alternativen Möglichkeiten suchen, um einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten, und die spanische Sprache gehört definitiv dazu.
Senden Sie eine E-Mail an den Autor José Melendrez unter jmelendrez@hoyllc.com.
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